St. Trinitatis-Kirche

Trinitatiskirche

Zwischen 1887 und 1889 entstand an gleicher Stelle der abgebrochenen zweiten Kirche eine neue, sehr ansprechende Kirche mit einem stabilen Glockenturm, in dem nun die eingelagerten alten Glocken untergebracht wurden.
Regierungsbaumeister Heinrich Gebhardt, geb. 1848 im Nachbarort Zorge, zeichnete für die Pläne des Kirchbaus verantwortlich.
Die Kosten des Neubaus beliefen sich auf 60.000 Mark, wovon 41.000 Mark aus Landes- und Kreismitteln stammten. 19.000 Mark musste die Gemeinde Braunlage (nicht die Kirchengemeinde!) selbst aufbringen.
Trinitatis bedeutet „Dreifaltigkeit“ – Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist.

Weihnachten_in_Trinitatis

Im Ersten Weltkrieg wurden die drei Glocken aus dem Kirchturm entfernt, eingezogen und für „kriegswichtige Zwecke“ eingeschmolzen. Erst im Jahr 1920 konnten in Hildesheim neue Glocken als Ersatz gegossen werden. Die Kleinste erhielt wieder den Schriftzug „Gott segne Braunlage“, die Größere „Dem großen Kriege fiel zur Beute, der alten Glocken schön Geläute“.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden größeren Glocken eingezogen. 1951 erhielt Braunlage aus dem Hamburger Glockenfriedhof, in dem eingezogene, noch nicht eingeschmolzene Glocken lagerten, zwei alte Leihglocken aus Pommern.
Eine davon hängt noch heute im Turm zum Läuten. Die schwerere Glocke konnte nicht in den Glockenturm gehängt werden. Da sie auch nicht zum Ton der beiden vorhandenen Glocken passte, wurde sie im Kirchenschiff links der Altarstufen als Mahnmal gegen Krieg aufgehängt.
1982 wurde das Geläut der Kirche durch eine neue, in Heidelberg gegossene Glocke ergänzt. Sie trägt die auch auf den Kirchenfenstern zu findende Inschrift, „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden“.

Oberhalb des Eingangs befindet sich auf einer Empore die Orgel. Die Empore setzt sich zu beiden Seiten des Kirchenschiffs fort. Seiteneingänge finden sich zu beiden Seiten in vorspringenden Flügeln.
Den Abschluss des Gebäudes bildet der halbrunde Chor.

Besonders schön sind die Buntglasfenster im Chor der Kirche. Sie wurden in der Röhrig`schen Glashütte in Braunlage geschaffen. Aber auch der große Rundleuchter verdient Beachtung – ein Meisterwerk.

Pfarramt_und_St_Trinitatis

Bis heute steht diese baulich sehr gelungene und sehenswerte Kirche mit Holzverschalung, die sich im Inneren als Fachwerkbau mit Klinker-Ausmauerung zu erkennen gibt, inmitten Braunlages am Heinrich-Jasper-Platz.
Der aufwändige Bau mit seiner umlaufenden Empore und den prächtigen Buntglasfenstern im Chor ist für Besucher tagsüber geöffnet. In die Kirchengeschichte einführende Führungen werden ab und zu angeboten. Aber auch die montäglichen Stadtführungen enden oft hier. Gegenüber dem Chor der Kirche findet sich im Pfarrgarten das Pfarrhaus, eines der ältesten Gebäude Braunlages.

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