Braunlages Haupt-Heilmittel als Kurort ist vor allem die vergleichsweise reine Höhenluft.
Schon die Gründung des ersten Sanatoriums des Dr. Vogeler zunächst als Wasserheilanstalt im Jahr 1896 nutzte die gute Luft in Braunlage, um die Leidenden der Sanatoriumsgäste zu lindern.
Es gab Liegehallen, die zur Ruhe und Inhalation der Luft dienten.
Und es war die Zeit, in der im Harz eine ganze Reihe großer Lungenheilstätten für Tuberkulosekranke entstanden – hauptsächlich mit dem Heilmittel „Gute Luft“, denn Medikamente oder operative Eingriffe wurden erst später dort vorgenommen.
Als Dr. med. Schroeder das Voglersche Sanatorium übernahm, interessierte er sich besonders für die Wechselwirkung zwischen Klima und Mensch. So ließ er ihm Jahr 1929 eine „meteorologische Station II. Ordnung“ einrichten. 1932 wurde sie zur „Bioklimatischen Forschungsstelle“ aufgewertet. 1934 wurde die Station aus dem Sanatoriumsgelände auf die Berghöhe am Ende der von-Langen-Straße verlegt, wo nun ein eigenes Gebäude für Forschungen zur Verfügung stand.
Noch heute ist die Wetterstation in der von-Langen-Straße in Betrieb und liefert die aus Funk und Fernsehen bekannten Wetterdaten aus Braunlage.
Wetterwarte Braunlage in der von-Langen-Straße
Warum betreibt man in Braunlage Klimaforschung?
Weil das Klima im Oberharz und so auch in Braunlage ein ganz besonderes ist.
Im Harz liegt die Baumgrenze weitaus niedriger als in den Alpen. Der Brocken ist der einzige Gipfel der deutschen Mittelgebirge, der oberhalb der natürlichen Baumgrenze liegt.
Das Klima in Braunlage (550 – 971 m ü. N.N.) ist vergleichbar mit Höhenlagen in den Alpen von 1.200 bis 1.500 m. Das Höhenklima ist also mit der von z.B. Davos vergleichbar.
Ein weiterer Hinweis auf das besondere Klima sind die seltenen Pflanzen, die auf Braunlages Wiesen gedeihen. Eine ganz andere Flora ist hier anzutreffen.
Die klimatischen Besonderheiten waren Gegenstand der über viele Jahre betriebenen balneologischen Forschung in Braunlage.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die „Braunlager Luft“ gesund ist, den Körper einerseits fordert (die ersten Tage in Braunlage stellt sich oft eine Müdigkeit an), ihm andererseits aber auch sehr gut tut. Also: Tief Durchatmen nicht vergessen!
Mit KI colorierte Glasdia-Aufnahme der „Meteorologischen Forschungsstation“ kurz nach Fertigstellung