Das "Brockenkabel"

Eine kleine Sensation wurde bei Straßenbauarbeiten in Braunlage am Postgebäude entdeckt: Das erste Fernseh-Breitbandkabel der Welt – eine frühe Entwicklungsform des heute als „Koaxialkabel“ bekannten Antennenkabels (Fabrikat vermutlich Felten & Guilleaume, Köln).

Das 1936 geplante und ab 1937 verlegte Fernsehkabel „FK 504a“ der Reichspost verband die Sendezentrale in Berlin-Charlottenburg mit dem Brocken, auf dem der erste Fernsehturm der Welt errichtet worden war. Das Kabel verlief weiter mitten durch Braunlage, wo eine Verstärker-Station im Keller eines eigens dafür gebauten Hauses existierte, bis zum Feldberg im Taunus, wo ein zweiter Sender gebaut wurde.

Nachdem man auf dem Brocken umfangreiche Versuche mit der drahtlosen Bildübertragung unter Führung der Firma Telefunken durchgeführt hatte, entschloss man sich doch zur Verbindung der Fernsehtürme mittels Kabel, um auch bei Schlechtwetter und Störfrequenzen eine sichere Übertragung zu gewährleisten.

Die Sendeeinrichtungen gingen nie in den regulären Betrieb. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 verzögerte die weitere Entwicklung des Fernsehens.

Der Fernsehturm diente im Zweiten Weltkrieg militärischen Zwecken der Jagdfliegerleitung und Flugzeugortung.

Der massiv gebaute untere Teil des Fernsehturms auf dem Brocken beherbergt heute Teile des Brockenhotels und eine Aussichtskanzel. Der ganz aus Holz gebaute obere Teil wurde abgerissen.

Das Kabel besteht aus mehreren Schichten (von aussen nach innen):

  • teergetränkte Jute-Umspinnung
  • Stahlstreifen-Bewehrung gegen Beschädigung
  • teergetränkte Papier-Isolation
  • abschirmender Bleimantel
  • papierisolierte Kupferadern der Sprech- und Rundfunkübertragung
  • 2. Bleimantel
  • Öl-Leinen-Bandage
  • Kupfermantel
  • Kunststoff-Umhüllung, darin Kunststoff-Strang als Abstandshalter
  • 6 mm starke Kupferseele (Koaxial-Leiter für das Fernsehbild)
Brocken-Fernsehturm

Luftbild vom Brocken mit Hotel, Aussichtsturm und seinem 95 m hohen Fernsehturm.
(Sammlung Museumsgesellschaft e.V. Braunlage; Graph. Kunst & Verlagsanstalt A. Weber & Co, Stuttgart)

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